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Gerd Schmitt — Diplom-Informatiker, Embedded-Entwickler seit 1990

Diplom-Informatiker (FH) mit Schwerpunkt Technische Informatik. Seit über 35 Jahren in hardware-naher Embedded-Entwicklung tätig — angefangen bei Mercedes-Benz, heute als selbstständiger Berater.

Gerd Schmitt

Was diesen Werdegang prägt

Embedded-Entwicklung ist ein Beruf, in dem Erfahrung sich nur über Jahrzehnte sammelt. Wer drei Jahrzehnte in dieser Disziplin arbeitet, hat Fehlerbilder gesehen, die in Lehrbüchern nicht vorkommen — und Lösungen entwickelt, die sich nur durch viele iterative Schritte ergaben. Der folgende Werdegang ist nicht als Lebenslauf-Pflichtteil zu verstehen, sondern als Beleg dafür, dass die fachliche Substanz auf realer Praxis beruht.

Drei Eigenschaften ziehen sich durch alle Stationen: hardware-nahe Programmierung, sicherheitskritische Anwendungen und die Bereitschaft, Verantwortung für komplette Lösungen zu übernehmen — nicht nur für einzelne Module.

Werdegang

Seit 2012

SCHMITT CONSULTING S.A.R.L., Frankreich

Selbstständige Beratungs- und Entwicklungstätigkeit aus Frankreich heraus, mit internationaler Auftraggeber-Basis in Deutschland und weiteren EU-Ländern. Schwerpunkte: Embedded-Entwicklung, Testautomatisierung, Code-Übernahme und Beratung bei sicherheitskritischen Projekten. Vertragsmodelle: Werkvertrag mit fester Lieferzusage oder Stundenkontingent — keine Arbeitnehmerüberlassung.

2002 - 2012

Navimess Elektronik (eigene Firma, später geschlossen)

Erste eigene Unternehmensgründung in Deutschland. Eigene Produktentwicklung in mehreren Bereichen: Gebäudeautomatisierung mit Echtzeit-Multiprozessorsystemen, Funkkommunikation, CAN-Bus-Simulationshardware. Diese Phase prägte die heutige Komplettentwicklungs-Kompetenz: Spezifikation, Schaltungsentwurf, Layout, Firmware, Verifikation und Übergabe — alles in einer Hand. Navimess wurde 2012 im Zuge des Umzugs nach Frankreich geschlossen.

1990 - 2002

Mercedes-Benz / Daimler-Benz / DaimlerChrysler

Berufseinstieg in der Motorenentwicklung in Stuttgart-Untertürkheim. Über mehr als ein Jahrzehnt Tätigkeit in den Bereichen Prüfsoftware für Motorsteuerungen, Vorentwicklung im Service-Bereich und hardware-nahe Diagnose. Während dieser Zeit erlebte das Unternehmen mehrere Namensänderungen — von Mercedes-Benz über Daimler-Benz bis zur Fusion mit Chrysler zu DaimlerChrysler. Heute firmiert der Konzern wieder als Mercedes-Benz Group AG.

Diese Zeit hat das fachliche Fundament für alles spätere gelegt: das Verständnis für sicherheitskritische Echtzeit-Systeme, für Diagnoseprotokolle und für die spezielle Disziplin, an Steuergeräten zu arbeiten, deren Fehlverhalten reale Konsequenzen hat. In dieser Zeit entstanden auch erste Geschäftskontakte in die USA und nach Japan — Kontakte, die später in der freiberuflichen Tätigkeit fortgeführt wurden.

Vor 1990

Ausbildung und Hochschulstudium

Diplom-Informatiker (FH Darmstadt), Studienschwerpunkt Technische Informatik. Diplomarbeit in Regelungstechnik mit Echtzeit-Hardware-Treibern in Assembler, betreut von Prof. Dr. Christoph Wentzel. Bei Wentzel auch Vorlesung Rechnerarchitektur belegt — diese Kombination aus regelungstechnischem Fundament und tiefer Hardware-Architektur-Kenntnis prägt die Arbeitsweise bis heute.

Vor dem Studium: Ausbildung zum Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost, parallel Fachabitur Elektrotechnik. Diese praxisnahe Hardware-Ausbildung ist der Grund, warum Hardware-Entwicklung und Software-Entwicklung in meiner Arbeit immer eng verbunden bleiben — beides sind keine getrennten Welten, sondern zwei Seiten derselben Aufgabe.

Schwerpunkte und Arbeitsweise

Mein fachliches Zuhause ist dort, wo Hardware und Software zusammenkommen: Motorsteuerungen, FPGA-basierte Signalverarbeitung, Echtzeitsysteme, fehlertolerante Kommunikation, Verschlüsselung. In meiner Arbeit verbinde ich Schaltungsentwurf und Code, kenne den gesamten Weg vom Konzept über den Prototyp bis zur Serienqualifizierung — und kann auch Projekte übernehmen, die explizit fremden Code aufnehmen, dokumentieren und weiterentwickeln müssen.

Drei Eigenschaften charakterisieren meine Arbeitsweise:

Komplettverantwortung statt Stundenarbeit
Ich übernehme Aufgaben, bei denen das Ergebnis im Vordergrund steht, nicht die Arbeitszeit. Das passt zu Werkverträgen mit klarer Lieferzusage — und zu Auftraggebern, die einen Verantwortlichen suchen, nicht einen weisungsgebundenen Coder.
Hardware-nahe Tiefe
Echtzeit-Anforderungen, Bare-Metal-Programmierung, FPGA-Verifikation, Speicher-Restriktionen — die Aufgaben, bei denen viele Standard-Entwickler an Grenzen stoßen, sind das Feld, in dem ich gerne arbeite. Meine Kettensägen-Motorsteuerung für Stihl ist ein extremes Beispiel dafür: bare-metal, ohne Echtzeit-Betriebssystem, mit Speicher-Restriktionen am Limit.
Branchenübergreifendes Verständnis
Eine Motorsteuerung in einer Kettensäge folgt denselben physikalischen Prinzipien wie eine Motorsteuerung im Pkw. Eine Kamera für die Personenerkennung im Auto verwendet Algorithmen, die auch in der Medizintechnik vorkommen. Diese Übertragbarkeit ist ein praktischer Vorteil — Lösungen, die in einer Branche erprobt wurden, lassen sich oft in einer anderen einsetzen.

Besonderes

Drei Aspekte aus meinem persönlichen Profil, die im Embedded-Kontext gelegentlich relevant werden:

Pilotenlizenz
Pilotenlizenz mit CVFR-Berechtigung und Nachtflugberechtigung — aus zeitlichen Gründen nicht mehr aktiv betrieben, die Lizenz wurde nicht verlängert. Aus dieser Pilotenausbildung ist jedoch praktisches Verständnis für Avionik und sicherheitskritische Flugsysteme geblieben — Themen, die in einigen Embedded-Projekten am Rand auftauchen. Englisches Flugfunkzeugnis BZF I.
Internationale Projekterfahrung
Internationale Projekterfahrung seit 1990 in mehreren EU-Ländern, den USA und Japan — die ersten Geschäftskontakte in diese Länder entstanden während der Mercedes-Benz-Zeit, später wurden sie in der freiberuflichen Tätigkeit für Automobilzulieferer dieser Länder fortgeführt. Die Tätigkeit erfolgt heute überwiegend remote, wodurch Auftraggeber-Standorte praktisch unerheblich sind.
Sprachen
Deutsch (Muttersprache), Englisch (beruflich fließend, schriftlich und mündlich), Französisch (für schriftliche Geschäftskorrespondenz, etwa mit französischen Behörden), Finnisch (in Erweiterung — perspektivisch geplanter Wohnsitz).

Persönlicher Stil und Werte

In Verhandlungen klar, in Lieferungen verlässlich, in Spezifikationen präzise — und in der Bewertung des eigenen Aufwands ehrlich. Embedded-Projekte verlangen oft, dass jemand einschätzt, was nicht in der angefragten Zeit machbar ist; Auftraggeber, denen ich das frühzeitig sage, schätzen das mehr als gefällige Versprechen.

Bei strittigen technischen Fragen ziehe ich die nachvollziehbare Begründung der Eile vor. Bei kommerziellen Verhandlungen halte ich vereinbarte Preise — und erwarte das Gleiche von der anderen Seite.

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